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Warum ein Gründungsgutachten ?
Welche Gründungsarten gibt es ?
Wann ist eine Versickerungsanlage sinnvoll ?
 

 

Warum ein Gründungsgutachten ?

Als privater Bauherr steht man häufig vor einem Berg von Fragen und muss sich mit vielen Dingen auseinandersetzten, von denen man vor kurzem noch nicht ahnte, das es sie gibt.

Es wird ein Grundstück gekauft, und wenn man einen guten Architekten oder Bauträger hat, fällt irgendwann der Begriff Gründungsgutachten.

Braucht man so etwas? Die Nachbarn oder der Verkäufer haben doch gesagt, der Boden trägt gut.

Tatsächlich sollte auf ein Gründungsgutachten nicht verzichtet werden, und bestenfalls erfolgt die Baugrunderkundung noch vor dem Kauf des Grundstückes, denn im Untergrund lauern so manche Gefahren, die ein Bauvorhaben erheblich verteuern können.

So ist es möglich, dass trotz der Beteuerungen von Nachbarn oder Grundstücksverkäufer Torflinsen, weiche Bodenschichten oder Altablagerungen vorhanden sind. Die Mehrkosten liegen dann häufig in einem Bereich zwischen 1000 und 20.000 Euro. Sollte das Grundstück mit Altlasten verunreinigt sein, so können die Kosten auch deutlich darüber hinausgehen.

Auch die weit verbreitete Meinung, ein Gründungsgutachten wäre nur notwendig, wenn das Gebäude unterkellert werden soll, ist falsch. Bezüglich der Tragfähigkeit des Untergrundes ist der Verzicht auf ein Gründungsgutachten für ein nicht unterkellertes Gebäude deutlich riskanter als bei einem unterkellerten Gebäude.

Im Vordergrund des Gründungsgutachtens für unterkellerte Gebäude steht die Frage, wie die Abdichtung gegen Feuchtigkeit oder Grundwasser zu planen ist. Auch hier können je nach Ausführung des Kellers (gemauert und Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit oder "weiße Wanne" und Abdichtung gegen drückendes Wasser) erhebliche Kostenunterschiede auftreten.

Bleibt eine setzungsemfpindliche Bodenschicht unentdeckt und wird mit einem Gebäude überbaut, so treten Gebäudesetzungen auf, die zu einer Kippung des Gebäudes oder Rissbildungen führen können. Dabei sind auch Bodenschichten in mehreren Metern Tiefe noch entscheidend. Immerhin wiegt ein durchschnittliches Einfamilienhaus ca. 300 - 500 t. Die Baugrunderkundung sollte im Regelfall mindestens 4 Rammkernsondierungen beinhalten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Kosten eines Bauvorhabens entscheidend von den Baugrundverhältnissen abhängig sind. Nicht entdeckte setzungsempfindliche Bodenschichten oder eine falsche Beurteilung der Grundwasserverhältnisse können zu erheblichen Gebäudeschäden führen. Daher sollte ein Gründungsgutachten grundsätzlich für jedes Bauvorhaben erstellt werden.

 

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Welche Gründungsarten gibt es ?

Die Gründung ist die Schnittstelle zwischen dem Gebäude und dem Untergrund. Sie legt damit fest, wie die Last des Gebäudes in den Untergrund geleitet wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Flach- und einer Tiefgründung.

Eine Flachgründung besteht aus Streifenfundamenten, die unter den tragenden Wänden angeordnet sind, oder aus einer mittragenden Sohlplatte mit einem umlaufenden Randfundament, das frostsicher in den Untergrund eingebunden ist. Je nach Dicke und Bewehrung der Sohlplatte werden die Lasten aus dem Gebäude mehr oder weniger flächig verteilt in den Untergrund übertragen.

In manchen Gegenden (z.B. Elbmarschen) sind die oberen Bodenschichten nur gering tragfähig. Reicht diese Tragfähigkeit nicht aus, ist eine Tiefgründung notwendig. Mittels Bohr- oder Rammverfahren werden dann Pfähle in die tieferen, tragenden Schichten eingebracht und auf diese das Gebäude errichtet.

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Wann ist eine Versickerungsanlage sinnvoll ?

Immer häufiger wird das auf dem Dach anfallende Niederschlagswasser nicht über die öffentliche Kanalisation abgeführt, sondern mittels einer Anlage auf dem Grundstück versickert. Dies ist nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll, da ein Teil der jährlichen Abwassergebühren eingespart werden kann.
Der Bau einer Versickerungsanlage setzt jedoch zwei Bedingungen voraus:
 

- Der Grundwasserspiegel darf nicht zu hoch sein.

- Der Untergrund muss ausreichend durchlässig sein. Lehmboden ist im allgemeinen nicht zur Versickerung geeignet.
 

Sind beide Bedingungen erfüllt, ist eine geeignete Versickerungsanlage zu wählen (z.B. Mulde, Rigole oder Schacht). Die Größe der Anlage muss berechnet werden und richtet sich nach der angeschlossenen Dachfläche und der Durchlässigkeit des Untergrundes.

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Für weitere Fragen stehen ich Ihnen gerne zur Verfügung.